Berliner Programm
Die Braugersten-Gemeinschaft e.V. hat die Verarbeitungsqualität neuer Winterbraugerstensorten nach einer an das Berliner Programm für Sommerbraugerste angelehnten Systematik untersucht. Ziel des außerordentlichen Programms ist es, Mälzereien und Brauereien fundierte Informationen zur Verarbeitungseignung neuer Winterbraugersten zur Verfügung zu stellen.
Als Referenzsorten dienten die etablierten Winterbraugerstensorten KWS Somerset und KWS Donau. Bewertet wurden die Sorten Comtesse (Secobra Saatzucht), Duchesse (Secobra Saatzucht, EU-Sorte), KWS Kanaris (KWS Lochow), Suez (Saatbau Deutschland, EU-Sorte), Isidora (Saatzucht Josef Breun) und Winterset (Saatzucht Josef Breun).
Weitere Informationen stehen unter www.braugerstengemeinschaft.de/press-report/verarbeitungseigenschaften-neuer-winterbraugerstensorten/ zur Verfügung.
PD: Verarbeitungsempfehlung 2026
Seit der Überarbeitung des Berliner Programms im Jahre 2005 vergibt die Braugersten-Gemeinschaft e. V. für Sorten, die das Berliner Programm erfolgreich durchlaufen haben, die “Verarbeitungsempfehlung des Berliner Programms”. Die Markteinführung sowie die Marktakzeptanz neu zugelassener Braugerstensorten werden durch die Verarbeitungsempfehlung schneller in die Praxis umgesetzt, so dass der Zuchtfortschritt der gesamten Wertschöpfungskette zeitnah zur Verfügung steht.
Sortengremium der Braugersten-Gemeinschaft e.V. entscheidet über Neuzulassungen und verleiht die „Verarbeitungsempfehlung 2026“
Freising, 3. Februar 2026
Die vom Bundessortenamt 2025 neu zugelassene Braugerstensorte „Tilda“ (Saatzucht Breun) wird in die großtechnischen Praxisversuche der kommenden Vegetationsperiode aufgenommen.
Zusätzlich erhielten die Sorten „Excalibur“ (Ackermann Saatzucht) sowie „LG Baryton“ (Limagrain) vom Sortengremium den Stempel der Verarbeitungsempfehlung des Berliner Programms.
Die den Sortenentscheidungen zugrundeliegenden umfangreichen Analysenergebnisse aus den halbtechnischen Mälzungs- und Brauversuchen des Berliner Programms sowie die Ergebnisse der bundesweiten Praxisversuche stehen auf der Homepage des Lehrstuhls wie auch auf der Internetseite www.braugerstengemeinschaft.de zur Verfügung.
Die Entscheidung des Sortengremiums stützt sich auf die Untersuchungsergebnisse aus den Wertprüfungen I – III des Bundessortenamtes, auf die Ergebnisse der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) in Freising zur Bewertung der Kornanomalien sowie auf die halbtechnischen Versuche an der VLB Berlin und am Lehrstuhl für Brau- und Getränketechnologie der TU München in Weihenstephan. An die halbtechnischen Versuche schließen sich Praxisgroßversuche in Mälzereien und Brauereien an verschiedenen deutschen Standorten an, die im jeweiligen Folgejahr ausgewertet werden. Die dadurch generierte breite und vor allem mehrjährige Datenbasis stellt eine sehr gute Entscheidungsgrundlage für das Sortengremium dar.